zerliebt und zugenäht

Wie fange ich an.

Und warum fotografiere ich Kuscheltiere.

Zum ersten Mal gesehen habe ich es hier. Bei Katja Kemnitz. Es hat mich direkt berührt.
Denn im Grunde benötigt es keine Worte, um die Bilder und die Geschichten dahinter zu sehen. Sie sich vorzustellen, dabei zu lächeln oder auch etwas traurig zu sein.

Ich habe selbstverständlich meine Töchter erst um eine Shootingerlaubnis gebeten bevor ich ihr Freunde fotografiert habe. Es wurde auch ernsthaft abgewägt.
Um so erfreuter war ich über die Zusage. 🙂

Darf ich vorstellen: Willi. Willi Watschel. Aus dem Hause TCM.
Er ist seit der Geburt meiner großen Tochter an ihrer Seite. Fast 12 Jahre.
Geschmust, zerkaut, vergessen, vermisst und heiß geliebt worden. Geflickt. Um weiter heiß geliebt zu werden.

Darf ich vorstellen: Ersatz-Willi.
Man sieht es ihm an. Er wird nicht annähernd so geliebt und fristet sein Dasein in einer Schublade. Ich habe auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber alles hat seinen Preis. Dafür sieht er noch ziemlich gut aus für sein Alter. Und zeigt, was Liebe alles aus einem machen bzw. nicht machen kann.

Wo das Erstgeborene noch ein „Markenprodukt“ bekam, wurde es bei meiner zweiten Tochter ein Spontankauf vom Lidl zum Schnäppchenpreis.
Gleich in doppelter Ausführung, als erfahrene Mutter… 😉 *räusper*

Darf ich vorstellen: Hasi.
7 Jahre.
Beschmust, zerknäult, zerrissen, beweint und heiß geliebt. Notoperiert. Um weiter heiß geliebt zu werden.

Kurz: Ersatz-Hasi

Und was ist die Moral von der Geschichte?
Für mich persönlich… Leben hinterlässt Spuren. Und all das Glattgebügelte stimmt mich traurig.
Denn man sieht es nicht. Die Liebe. Die Wut. Die Trauer. Das Leben. Das einen zeichnet im Guten und im Schlechten.
So muss es sein! Und ich bin bereit. Bereit zum Zerlieben!

6 Kommentare zu „zerliebt und zugenäht

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  1. Zum Glück hinterlässt Leben Spuren. Die, die sich zwischendurch glatt bügeln lassen werden irgendwann zu Zombies. Die anderen haben ein paar Sorgenfalten zwischen vielen Lachfalten und das macht sie sympathisch. Leben geht nicht spurlos, auch wenn uns die Medien das immer vorgaukeln wollen.

    1. Da hast du Recht. Und Lachfalten sind was wunderbares. Auch Ecken und Kanten. Und jede Form der „Unperfektion“. Was wäre das für ein Leben, das keine Spuren hinterlässt und keine Geschichten zu erzählen hat…

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